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Pressekonferenz der Sport Austria: Warum wir uns mehr bewegen müssen!

Pressekonferenz der Sport Austria: Warum wir uns mehr bewegen müssen!

Um die Auswirkung der aktuellen Gesundheitskrise auf den Sport aufzuzeigen, wurden im Oktober 2020 2.000 Personen repräsentativ befragt. Das Ergebnis auf den Punkt gebracht: Sport ist für einen Großteil der Bevölkerung (66%) wichtig, hat aber besonders gelitten! 

Zusammenfassung des Medientermins am 21.12.2020

Die Corona-Pandemie hat Österreichs Sport-Community stark zugesetzt. Wie sehr, zeigt nun eine umfassende - von Sport Austria unterstützte - Studie zum Thema "aktives Sportverhalten und passiver Sportkonsum" durch die OBSERVER Brand Intelligence GmbH. Die aktive Ausübung sowie der passive Konsum sind zurückgegangen. Schlecht für die Gesundheit, schlecht für die wirtschaftliche Situation des Sports in Österreich. Aktuell arbeitet Sport Austria mit den Dach- und Fachverbänden sowie dem Sportministerium an einem Weg aus der Krise.

Rückläufiger Aktivitätslevel!

Die sportliche Aktivität hat sich über alle Altersgruppen verschlechtert. Im Beobachtungszeitraum (Oktober 2020 noch vor dem 2. Lockdown) haben knapp ein Drittel der Befragten (28 %) weniger Sport betrieben als zuvor! Das Sport- und Freizeitverhalten hat sich also durch Lockdown-Erfahrungen und die weiteren tatsächlichen und empfundenen Einschränkungen massiv verändert.

Auch beim medialen Sport-Konsum gibt es ein interessantes Ergebnis: Während Sport im TV um 10 % mehr konsumiert wurde, hat der Sport-Streamingbereich um 9 % Punkte abgenommen. Dieser ist vor allem für kleinere Sportarten und deren Vereine von größerer Bedeutung. Weniger überraschend: Sportveranstaltungen wurden von den Befragten um 59% seltener besucht als in Vorkrisenzeiten.

Rückläufige Wertschöpfung! (Zahlen SportsEconAustria)

Mit einem Wertschöpfungs-Minus von mindestens 30 Prozent im Jahr 2020 wird der durch das Corona-Virus verursachte Schaden in der Sportwirtschaft knapp viermal höher als in der Gesamtwirtschaft ausfallen! Insgesamt stehen rund 90.000 Arbeitsplätze (indirekt 300.000) im gesamten Netzwerk Sport auf dem Spiel. Für 3 von 4 Vereinen spiegelt sich die Pandemie in reduzierten Einnahmen wider, für mehr als jeden zweiten Verein bedeutet das, dass auch die Ausgaben unmittelbar reduziert werden müssen. Insgesamt wird der Schaden – allein bei den Vereinen – bei mindestens 175 Mio. Euro liegen.

Der NPO-Unterstützungsfonds wird ausgebaut und verlängert!

Anfang Juli wurden die Richtlinien dafür geschaffen, dass gemeinnützige Sportorganisationen (Vereine, Verbände) im Rahmen des NPO-Fonds Unterstützungsleistungen beantragen können. Eine wichtige Unterstützungsmaßnahme, die am vergangenen Donnerstag von der Regierung verlängert und verbessert wurde. Der Struktursicherungsbeitrag für das 4. Quartal 2020 liegt nun bei 7% der Jahreseinnahmen von 2019 (maximal 90.000 Euro). Das entspricht einer De-facto-Verdoppelung der bisherigen Leistung. Zusätzlich wurde ein großer Wunsch des organisierten Sports erfüllt: Für die Zeit des Lockdowns erhalten Österreichs gemeinnützige 15.000 Sportvereine einen "Lockdown-Zuschuss", vergleichbar mit dem Umsatzersatz, den Wirtschaftsbetriebe bekommen. Bis jetzt haben 4.259 Sportvereine (ohne Profiligen, für sie sind 35 Mio reserviert) 45,2 Millionen Euro zugesagt bekommen, 38,9 Millionen wurden inzwischen ausbezahlt. Das sind 30 % der Gesamtauszahlungen aus dem NPO-Fonds. Um die Vielfalt der österreichischen Sportkultur bewahren zu können, benötigt der Sport solange finanzielle Unterstützung, solange Einschränkungen bestehen.

ASVÖ-Präsident Christian Purrer: „Die Sportvereine haben sich im ersten Lockdown als kreativ und größtenteils krisenfest erwiesen und konnten dank der Mittel aus dem NPO-Fonds die Einschränkungen im Sportbetrieb verkraften. Der für unsere Gesellschaft so wichtige Vereinssport mit seinen vielen Freiwilligen muss aber auch langfristig mit gezielten Maßnahmen gestärkt werden. Dazu schlage ich eine moderate Anhebung der pauschalierten Reiseaufwands-Entschädigung (PRAE) vor. Diese Regelung schafft gerade im Breitensport Rechtssicherheit für die Tätigkeit vieler engagierter Menschen und die Möglichkeit Geld dazuzuverdienen. Die PRAE wird unbürokratisch abgewickelt, was sehr positiv ist. Allerdings stammt die Regelung von maximal 540 Euro monatlich von 2009 und ist daher nicht mehr zeitgemäß. Wir fordern die Bundesregierung daher dazu auf, die pauschalierte Reiseaufwands-Entschädigung anzuheben. Das wäre ein wesentlicher Impuls zur Unterstützung unserer ÜbungsleiterInnen und TrainerInnen.“

Sport Austria-Präsident Hans Niessl: "Um diese Krise bewältigen zu können, benötigen wir Planungssicherheit für die Vereine, eine Fortsetzung der finanziellen Unterstützung für den Breiten- wie für den Spitzensport, solange es durch die Pandemie Einschränkungen gibt, Kostenersatz für Schnelltests und die Aufnahme von SpitzensportlerInnen und Ehrenamtlichen – auf freiwilliger Basis – in den staatlichen Impfplan. Die Sport Austria entwickelt mit den Dach- und Fachverbänden in einer Taskforce Maßnahmen, die den Vereinssport als Gesundheits- und Wirtschaftsmotor wieder ankurbeln sollen, sobald das Virus unter Kontrolle gebracht worden ist. Für dieses Sport-Comeback müssen wir in sämtliche - den organisierten Sport betreffende – Schritte durch die Bundesregierung vorab einbezogen werden: insbesondere beim Wieder-Hochfahren des Sportbetriebs! Wir wollen aber nicht nur Kollateralschäden für die Gesundheit und die (Sport-)Wirtschaft bestmöglich vermeiden, sondern nach der Krise stärker denn je zurückkommen. Nach der Pandemie benötigen wir deshalb eine Bewegungsoffensive, um den Virus-Folgeschäden den Laufpass zu geben!"


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